_incognito_
Auteur
15/07/2018 18:50
Es gab eine Zeit, in der Einhörner friedlich über die Weidegründe Uriels streiften. Sie hüpften und tanzen fröhlich umher und erfreuten sich ihres Lebens.
Regenbogenstaub war ihr liebstes Gut. Er machte sie schneller, besser und stärker. So sammelten sie ihn, in allen Ecken und Kanten, Ritzen und Winkeln des Universums.
Eine ganze Weile konnte es so weiter gehen. Die Wiesen waren stets frisch und saftig.
Doch der Zahn der Zeit nagte auch an diesem Universum. Es wurde leerer und ruhiger - in einigen Ecken gab es nichts mehr, außer bläulich schimmerndem Ödland.
Traurig und lethargisch stampften die kleinen Hörnchen auf den Boden. Einige liefen im Kreis, andere lagen in Heuhaufen versteckt, nur um ab und zu den Kopf herauszustrecken und einen seltsamen Geruch wahrzunehmen.
Gelegentlich gelang ihnen noch der ein oder andere Clou, doch sie waren bequem und sesshaft geworden.
Aber etwas trieb sie um:
Woher nur kam dieser faulige Geruch? Sie suchten alles ab. Hat vielleicht jemand Exkremente in ihrem Stall verstreut? War es faulender Regenbogenstaub? - sie wussten es nicht und konnten die Quelle einfach nicht finden.
Bis heute!
So kam es an diesem wunderschönen Sonntag, dass ein Fremder vor ihrem Tor stand und wild klopfte: Das unbekannte Hörnchen mühte sich aus seinem Heuhaufen und trottete langsam zum Weidezaun.
Was ihm dort zu Ohren kam, weitete ihm die Augen. Es schnaubte. Der Fremde berichtete von Tyrannei und wilden Eskapaden. Ein Haus wurde niedergebrannt und der Tyrann war bereits wieder auf dem Wege, weiteren Schaden zu verursachen. Mit einem Mal war das Unbekannte erwacht. Schnell sprang es mitten in den Stall: Das Inselhörnchen war sofort bereit und lauschte entsetzt der Geschichte des Fremden. Mit herben Huftritten wurden auch die anderen aus ihrem rosaroten Traum gerissen. Alle mussten bereit sein - bereit für einen Clou, bereit für Luft, Liebe und Regenbogenstaub in den Kampf zu ziehen.
Schnell wurde ein Plan geschmiedet. Es galt mindestens 480 tyrannisch goldene Kugeln einzusacken. Säcke gab es genug, der Zeitpunkt stand fest, doch kurz bevor sich die Herde in Bewegung setzte, schrie der Fremde: "Haltet ein! Sie haben zum Rückzug geblasen!"
Verwirrt und enttäuscht ließen die kleinen Einhörner den Kopf hängen. Wie konnte das nur passieren? Sie waren besonders vorsichtig, weitsichtig und leise, gar absolut still gewesen! Sollte der Tyrann ohne jegliches Anzeichen plötzlich doch kalte Füße bekommen haben? Das konnten sie einfach nicht glauben.
Es war Zeit für eine umfassende Analyse der Gegebenheiten: Der Rat des vielfarbigen Regenbogens wurde zusammengerufen. Lange Zeit hatte er nicht mehr getagt. Fakten und Beobachtungen kamen auf dem Tisch. Eine Ursache nach der anderen wurde ausgeschlossen, was zuletzt nur einen furchtbaren Schluss zuließ. Angewidert schüttelten sie ihre Mähnen. Ekelhaft! Es muss eine andere Begründung geben!
Doch so viel sie auch suchten, sie blieben erfolglos. Irgendwo gab es eine undichte Stelle, einen garstigen Maulwurf mit gemeinen Grabekrallen. Tief muss er seine abscheulichen Krallen in das Fleisch der Hörnchen getrieben haben...
Ihr Entsetzen entwickelte sich zu Wut, doch ließen sie sich nicht vom Hass übermannen. Nein! Sie hatten eine Idee:
Könnte man dem wilden Getier nicht noch einen Nutzen entlocken?
Schnell reifte der Plan, einfach mal den Spieß umzudrehen.
Ganz öffentlich besprach der Rat sein weiteres Vorgehen. Falsche Informationen wurden verbreitet. Im Geheimen wurde ein neuer Plan geschmiedet, wahrlich boshaft - aber dem Verrat völlig angemessen!
Sie stellten sich tot, versteckten sich hinter Bäumen und Goldtöpfen. Niemand sollte sie entdecken können. Was keiner wusste: Der große Teil der dicken und unbekannten Hörnchen, sowie der Inselhörnchen war bereits auf dem Weg eine gewaltige Falle vorzubereiten.
Sie waren sich sicher, dass der Tyrann, angespornt von falschen Informationen und einer gewissen Gier, nicht von seinem Verlangen ablassen würde. Stundenlang saßen sie in Lauerstellung, dachten schon der Plan würde nicht aufgehen.
Doch im letzten Moment sahen sie in der Ferne Rauch aufsteigen. Er war unterwegs.
Geduldig warteten sie, die Zeit war reichlich bemessen und so konnten sie nicht ganz sicher sein, dass es funktioniert. Bis zum letzten Moment bangten sie.
Es war ein Erfolg: die gewaltigen Summen Regenbogenstaub hatten sich bezahlt gemacht.
Still und leise traten sie den Rückweg an. Der Tyrann taumelte. Der Dolchstoß war geglückt, der Maulwurf identifiziert. So möge dem fauligen Geruch des Verrates der Garaus gemacht werden.
#Diestadtvomtyrannenbefreien
#Wortzumsonntag
#fluffyboys
#Liebestaumel
Wir wünschen euch allen einen schönen Restsonntag!
Commentaire principal
Regenbogenstaub war ihr liebstes Gut. Er machte sie schneller, besser und stärker. So sammelten sie ihn, in allen Ecken und Kanten, Ritzen und Winkeln des Universums.
Eine ganze Weile konnte es so weiter gehen. Die Wiesen waren stets frisch und saftig.
Doch der Zahn der Zeit nagte auch an diesem Universum. Es wurde leerer und ruhiger - in einigen Ecken gab es nichts mehr, außer bläulich schimmerndem Ödland.
Traurig und lethargisch stampften die kleinen Hörnchen auf den Boden. Einige liefen im Kreis, andere lagen in Heuhaufen versteckt, nur um ab und zu den Kopf herauszustrecken und einen seltsamen Geruch wahrzunehmen.
Gelegentlich gelang ihnen noch der ein oder andere Clou, doch sie waren bequem und sesshaft geworden.
Aber etwas trieb sie um:
Woher nur kam dieser faulige Geruch? Sie suchten alles ab. Hat vielleicht jemand Exkremente in ihrem Stall verstreut? War es faulender Regenbogenstaub? - sie wussten es nicht und konnten die Quelle einfach nicht finden.
Bis heute!
So kam es an diesem wunderschönen Sonntag, dass ein Fremder vor ihrem Tor stand und wild klopfte: Das unbekannte Hörnchen mühte sich aus seinem Heuhaufen und trottete langsam zum Weidezaun.
Was ihm dort zu Ohren kam, weitete ihm die Augen. Es schnaubte. Der Fremde berichtete von Tyrannei und wilden Eskapaden. Ein Haus wurde niedergebrannt und der Tyrann war bereits wieder auf dem Wege, weiteren Schaden zu verursachen. Mit einem Mal war das Unbekannte erwacht. Schnell sprang es mitten in den Stall: Das Inselhörnchen war sofort bereit und lauschte entsetzt der Geschichte des Fremden. Mit herben Huftritten wurden auch die anderen aus ihrem rosaroten Traum gerissen. Alle mussten bereit sein - bereit für einen Clou, bereit für Luft, Liebe und Regenbogenstaub in den Kampf zu ziehen.
Schnell wurde ein Plan geschmiedet. Es galt mindestens 480 tyrannisch goldene Kugeln einzusacken. Säcke gab es genug, der Zeitpunkt stand fest, doch kurz bevor sich die Herde in Bewegung setzte, schrie der Fremde: "Haltet ein! Sie haben zum Rückzug geblasen!"
Verwirrt und enttäuscht ließen die kleinen Einhörner den Kopf hängen. Wie konnte das nur passieren? Sie waren besonders vorsichtig, weitsichtig und leise, gar absolut still gewesen! Sollte der Tyrann ohne jegliches Anzeichen plötzlich doch kalte Füße bekommen haben? Das konnten sie einfach nicht glauben.
Es war Zeit für eine umfassende Analyse der Gegebenheiten: Der Rat des vielfarbigen Regenbogens wurde zusammengerufen. Lange Zeit hatte er nicht mehr getagt. Fakten und Beobachtungen kamen auf dem Tisch. Eine Ursache nach der anderen wurde ausgeschlossen, was zuletzt nur einen furchtbaren Schluss zuließ. Angewidert schüttelten sie ihre Mähnen. Ekelhaft! Es muss eine andere Begründung geben!
Doch so viel sie auch suchten, sie blieben erfolglos. Irgendwo gab es eine undichte Stelle, einen garstigen Maulwurf mit gemeinen Grabekrallen. Tief muss er seine abscheulichen Krallen in das Fleisch der Hörnchen getrieben haben...
Ihr Entsetzen entwickelte sich zu Wut, doch ließen sie sich nicht vom Hass übermannen. Nein! Sie hatten eine Idee:
Könnte man dem wilden Getier nicht noch einen Nutzen entlocken?
Schnell reifte der Plan, einfach mal den Spieß umzudrehen.
Ganz öffentlich besprach der Rat sein weiteres Vorgehen. Falsche Informationen wurden verbreitet. Im Geheimen wurde ein neuer Plan geschmiedet, wahrlich boshaft - aber dem Verrat völlig angemessen!
Sie stellten sich tot, versteckten sich hinter Bäumen und Goldtöpfen. Niemand sollte sie entdecken können. Was keiner wusste: Der große Teil der dicken und unbekannten Hörnchen, sowie der Inselhörnchen war bereits auf dem Weg eine gewaltige Falle vorzubereiten.
Sie waren sich sicher, dass der Tyrann, angespornt von falschen Informationen und einer gewissen Gier, nicht von seinem Verlangen ablassen würde. Stundenlang saßen sie in Lauerstellung, dachten schon der Plan würde nicht aufgehen.
Doch im letzten Moment sahen sie in der Ferne Rauch aufsteigen. Er war unterwegs.
Geduldig warteten sie, die Zeit war reichlich bemessen und so konnten sie nicht ganz sicher sein, dass es funktioniert. Bis zum letzten Moment bangten sie.
Es war ein Erfolg: die gewaltigen Summen Regenbogenstaub hatten sich bezahlt gemacht.
Still und leise traten sie den Rückweg an. Der Tyrann taumelte. Der Dolchstoß war geglückt, der Maulwurf identifiziert. So möge dem fauligen Geruch des Verrates der Garaus gemacht werden.
#Diestadtvomtyrannenbefreien
#Wortzumsonntag
#fluffyboys
#Liebestaumel
Wir wünschen euch allen einen schönen Restsonntag!